Corydalis A. P. de Candolle

solida (L.) J. P. de Clairville

 

Man. Herbor. Suisse 371. 1811

 

Geophytische, horstige, laubwerfende (März bis Mai), bis 30 cm hohe und breite, giftige Staude. Triebe aufrecht, unverzweigt, zwei- bis dreilaubig, unten bescheidet, kahl. Knolle vieltriebig, kugelig, unten wurzelnd, braun; Knollenhäute trocken.

Blätter wechselständig, gestielt, zwei- bis dreifach gefingert, < 8 cm lang, blau-  bis graugrün; Fiedern 9 - 27, schmal länglich - breit eiförmig, stumpf – abgerundet, tief eingeschnitten, 10 – 20 x 2 – 18 mm groß, Lappen spitz – stumpf. Niederblatt 1, schuppenartig, 5 – 20 mm lang.

Der Blütenstand ist eine endständige, aufrechte, dichte, einseitswändige, 3 – 20blütige Traube. Brakteen sitzend, ei-lanzettlich – verkehrt eiförmig, fast ganzrandig – vorne fingerartig gespalten; Lappen 3 – 5, linear, ganzrandig – gespalten.

Blütenstiel ca. 1 cm lang, später etwas überhängend.

Blüten röhrig, zweilippig, 10 - 25 mm lang, duftend.

Blütenblätter 4; äußere 2 gespornt, vorne ausgebogen, Oberlippe breit ausgerandet, Sporn gerade – abgebogen, spitz; innere 2 eingebogen, schwach geflügelt. Staubblätter 4, zu zwei Säulen verwachsen; Staubbeutel breit. Griffel 3 – 4 mm lang.

Blütenfarbe hellblau, purpur, rosapurpur, hellrot, blass malvenrosa oder weiss.

Blütezeit von März bis Mai.

Fruchtreife Mai. Fruchtstand aufrecht. Fruchtstiel 8 – 10 mm lang. Frucht ist eine hängende, +/- lanzettliche - eiförmige, zweiklappige, 10 – 25 x ca. 5 mm große, flache - +/- stielrunde, manchmal rot getönte Schote.

 

Herkunft:

Algerien, Belarus, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Kasachstand, Kosovo, Kroatien, Lettland, Libanon, Litauen, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tadschikistand, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Usbekistan

 

Lebensraum:

Weiden, Hochstaudenfluren, Gebüsche, Waldränder, Laubmisch-Wälder, Au-Wälder, halbschattige Stellen auf meist lockeren, humusreichen, stickstoff- und basenreichen, +/- feuchten Lehm-Böden; 0 - 2000 m üNN.

 

Pflege:

Knollenstaude für einen halbschattigen bis +/- schattigen, von Oktober bis Mai kühlen, von März bis November gut luftfeuchten Standort in den Lebensbereichen Gehölz, Gehölzrand, Steingarten oder im Alpinenhaus. Die Art neigt zur Selbstaussaat.

Die Mindesttemperatur liegt bei ca. -17° C; die Tagesdurchschnitts-Temperatur sollte zwischen -2° (Januar) und 19° C (Juli/August) liegen. Viel Schnee im Winter wäre ideal.

Corydalis solida bevorzugt ein lockeres, gut durchlässiges, sandig- bis lehmig-humoses, nährstoff- und basenreichen, leicht saures bis neutrales Substrat; mögliche Zusammensetzung bei Topfkultur: Lavagrus, Sand, torffreie Blumenerde (1:1:2).

Der Wasserbedarf der Art ist von März bis Juli hoch, von August bis November mäßig und von Dezember bis Februar sehr gering. Hauptwachstumszeit ist von März bis Mai und Oktober/November (Wurzelwachstum). In dieser Zeit düngt man mit einem flüssigen Volldünger.

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat bei Reife (Mai/Juni) im Topf im offenen Kasten, die Art ist ein Warm-Kaltkeimer (feucht-warmer Sommer, kalter Winter), oder  Teilung September/Oktober.

Pflanz- und Umtopfzeit ist September/Oktober, die Knollen sollten ca. 7 cm tief gesetzt werden. Im Herbst die Pflanzstelle mit Laub mulchen.

Hitze, Staunässe und Trockenheit (März bis Oktober) können Schäden verursachen. Als Schädlinge können Blattläuse, Spinnmilben und Schnecken auftreten.

 

Flora der Schweiz

Flora Iberica, S. 433

Corydalis solida
Corydalis solida
Winsen/Luhe, Niedersachsen, Deutschland, 1 m üNN; Fotos Stefan Neuwirth

C. s. ssp. brachyloba (P. E. Boissier) J. Cullen & P. H. Davis

 

Notes Roy. Bot. Gard. Edinburgh 25: 44. 1963

 

C. s. ssp. densiflora (C. B. Presl) A. von Hayek

 

Repert. Spec. Nov. Regni Veg. Beih. 30(1): 364. 1925

 

Herkunft:

Algerien, Italien

 

C. s. ssp. incisa M. Lidén

 

Notes Roy. Bot. Gard. Edinburgh 45(2): 351 (1989)

 

Herkunft:

Albanien, Griechenland

 

C. s. ssp. laxa (E. M. Fries) C. F. O. Nordstedt

 

Bot. Not. Suppl. 30. 1920

 

Herkunft:

Schweden

 

C. s. ssp. longicarpa M. Lidén

 

Willdenowia 26(1–2): 27 (1996)

 

Herkunft:

Griechenland (Andros)

 

C. s. ssp. oligantha (I. Trinajstić) W. R. Greuter & H. M. Burdet

 

Willdenowia 19(1): 38 (1989)

 

Herkunft:

Kroatien (Brač)

 

C. s. ssp. slivenensis (J. Velenovský ex C. F. Nyman) A. von Hayek

 

Repert. Spec. Nov. Regni Veg. Beih. 30(1): 364. 1925

 

Herkunft:

Bulgarien, Griechenland, Türkei

 

C. s. ssp. subremota M. G. Popov ex M. Lidén & H. Zetterlund

 

Willdenowia 26(1–2): 26 (1996)

 

Herkunft:

Russland (Krasnojarsk)

 

C. s. ssp. tauricola J. Cullen & P. H. Davis

 

Notes Roy. Bot. Gard. Edinburgh 25: 351 (1963)

 

C. s. ssp. wettsteinii (L. Adamovic) A. von Hayek

 

Repert. Spec. Nov. Regni Veg. Beih. 30(1): 365. 1925