Scilla L.

sardensis (P. Barr & E. Sugden) F. Speta

 

Oesterr. Bot. Z. 119(1-3): 14. 1971

 

Horstige, bis 20 cm hohe und 5 cm breite, kahle, laubwerfende, giftige Staude. Blattrosette grundständig, zwei- bis dreilaubig. Zwiebel eiförmig, sprossend, 1 – 2 x 0,7 - 2 cm groß; Zwiebelschale dunkelbraun, häutig.

Blätter +/- aufrecht, linear, ganzrandig, bis 136 x 2 - 15 mm groß, rinnig, vorne kapuzenartig, gras- bis dunkelgrün, vorne rot.

Blütenstandstiel 1/Zwiebel, aufrecht – etwas überhängend, bis 7 cm lang, stielrund, grün - rotbraun. Blütenstand ist eine endständige, lockere, pyramidale, manchmal einseitswändige, 1 – 22blütige, 4 – 29 cm lange Traube. Brakteen kurzlebig, pfriemlich,bis 2 mm lang, schmal, häutig.

Blütenstiel aufrecht - +/- horizontal stehend, 1 – 7 cm lang, stielrund, grün – rötlichgrün.

Blüten aufrecht – leicht nickend, glockig, sternförmig, ca. 25 mm breit.

Blütenblätter 6, ca. 1/3 verwachsen; Kronröhre +/- kugelig, 3 – 6 x 3 – 5 mm groß; Kronlappen aufrecht-horizontal, 4 – 11 x 2 – 4 mm groß, gerade, später ausgebogen. Staubblätter 6, pyramidal anliegend; Staubfäden basal angewachsen, gestutzt, 2 – 3 mm lang, breit, flach; Staubbeutel 2 – 3 x < 1 mm groß. Fruchtknoten oberständig, Griffel 1, 2 – 3 mm lang.

Blütenblätter enzianblau oder bläulichviolett, unten manchmal weiß. Staubfäden weiß; Staubbeutel hellgelb oder bläulich. Fruchtknoten dunkel bläulichviolett.

Blütezeit Februar bis April.

Frucht ist eine elliptische - kugelige, stielrunde Kapsel.

 

Herkunft:

Türkei (Izmir)

 

Lebensraum:

Feuchte, nordgerichtete Hänge in Kiefern- und Kastanienwäldern; 500 - 1400 m üNN.

 

Pflege:

Zwiebelstaude für einen sonnigen bis halbschattigen, Juli/August warmen, von Oktober bis April kühlen, von November bis März gut luftfeuchten, luftigen Standort in den Lebensbereichen Gehölzrand, Steingarten oder im Alpinenhaus.

Die Mindesttemperatur liegt bei ca. -12° C; die Tagesdurchschnitts-Temperatur sollte zwischen 3° (Januar) und 22° C (Juli/August) liegen. Juli/August ist eine trocken-warme Phase nötig.

Scilla sardensis bevorzugt ein durchlässiges, sandig-humoses, nährstoffreiches Substrat; mögliche Zusammensetzung bei Topfkultur: Lavagrus, Sand, torffreie Blumenerde (1:1:1).

Der Wasserbedarf der Art ist März/April und November mäßig, Mai bis Oktober gering, Juni bis September sogar sehr gering und von Dezember bis Februar hoch. Hauptwachstumszeit ist von November bis März. In dieser Zeit düngt man mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration.

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat Oktober/November bei 8 – 13° C im Freiland oder Teilung August/September.

Pflanz- und Umtopfzeit ist August/September. Von Juni bis August sollte vor zu großer Nässe geschützt werden.

Starker Frost, Hitze, Staunässe und Trockenheit (November bis April) können Schäden verursachen. Als Schädlinge können Blattläuse und Viren auftreten.

 

Flora Emslandia

Plants of Turkey

Speta, F. (1975). Über Chionodoxa Boiss., ihre Gliederung und Zugehörigkeit zu Scilla; Naturk. Jahrb. Stadt Linz 21: 33 ff. 1975.

Scilla sardensis
Foto Stefan Neuwirth